Die Play-offs im Visier

ERV Schweinfurt startet morgen (05.10.2018) gegen Geretsried in die Bayernliga-Saison

Auch wenn die Temperaturen es noch nicht vermuten lassen – am morgigen Abend beginnt für die Schweinfurter Mighty Dogs nach dem Aufstieg der Vorsaison die neue Saison in der Eishockey-Bayernliga. Und dabei darf man sich beim ERV auf viele neue Gesichter freuen. Eine Konstante stellt allerdings Trainer Zdenek Vanc dar, der erneut die Geschicke des Teams lenken wird. Die Mannschaft präsentiert sich hingegen stark verändert. Mit Aleksander Andrusovich (zuletzt in Russland) und Viktor Ledin (Bad Kissingen) kehren unter anderem einige alte Bekannte in den Icedome zurück. Routinier und ERV-Ur-Gestein Andi Kleider erhält Unterstützung durch seinen 16-jährigen Sohn Lucas, der aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft befördert wurde. Gemeinsam könnten sie schon heute Abend ein Defensiv-Duo bilden, das es so im Eishockey bislang kaum gegeben haben dürfte. Hinzu kommen zahlreiche weitere Neuzugänge, die Torhüter Ferdinand Dürr und Lukas Haack, Verteidiger Christopher Schadewaldt, der extrem erfahrene Kontingentspieler Josef Straka, Martin Oertel, der Deutsch-Kanadier Morgan Reiner, Patrik Rypar sowie zuletzt neben Andrusovich noch der Deutsch-Tscheche Jan Kouba, die das Team komplettieren – allesamt Offensiv-Spezialisten.

Damit ist die Kaderplanung vorerst abgeschlossen, wie Vanc betont: „Wir vertrauen der Mannschaft, die wir jetzt haben. Aber natürlich schauen wir uns weiter um und führen auch immer Gespräche. Die Saison ist lang und man kann nie wissen, was passiert“, so der Coach mit Blick auf mögliche Ausfälle oder sportlich schwer vorhersehbare Entwicklungen. Denn so recht weiß auch Vanc nicht, wie er die Leistungsstärke seines Teams einordnen soll. „Wir waren vier Jahre in der Landesliga und können nicht genau sagen, wie stark die anderen Teams sind.“ Bei einigen Gegnern ist er dennoch sicher, dass sie vorne mitspielen werden. Passau ist dabei für ihn der Topfavorit. „Zu 100 Prozent. Sie haben in der Vorbereitung viele Spiele gegen Oberligisten gemacht und alle gewonnen!“ Aber auch die Vertretungen aus Füssen, Peißenberg, den ersten Auswärtsgegner des ERV am kommenden Sonntag (17 Uhr), Landsberg, Dorfen oder auch Erding schätzt der Tscheche als äußerst leistungsstark ein.

Die Tatsache, dass er sechs Teams nennt, hängt vielleicht nicht ganz zufällig mit dem ausgegeben Saisonziel bei ERV zusammen. „Wir möchten schon gerne die Play-offs erreichen. Platz sieben oder acht wäre für uns als Aufsteiger sicher ein gutes Ergebnis.“ Auch weil dies natürlich gleichzeitig den automatischen Klassenerhalt bedeuten würde, der ja bei Aufsteigern häufig als oberste Prämisse genannt wird.

Die Vorbereitung dürfte bei einigen allerdings Skepsis hervorgerufen haben, ob dies erreicht werden kann. Schließlich setzte es, auch wenn die Generalprobe am letzten Sonntag gelang, etliche Niederlagen. Allerdings gab es dafür auch diverse Gründe. Zunächst war der Kader noch nicht komplett. Erst am Dienstag stießen mit Andrusovich und Kouba zwei Spieler hinzu, „die uns sofort weiterhelfen“, so Vanc. „Beide sind schnell, passsicher und haben eine gute Übersicht und viel Erfahrung.“ So sammelte Kouba, der zuletzt in Memmingen Ober- und Bayernliga spielte, auch schon Erfahrung in der deutschen 2. Liga. Außerdem hatten die Schweinfurter gegen starke Oberliga-Teams immer wieder Ausfälle zu verkraften. „Gegen Höchstadt und Weiden standen nur zweieinhalb Reihen zur Verfügung.“ Hinzu komme, dass viele der neuen Spieler sich erst auf das von Vanc geforderte System einstellen müssen. Hierbei legt er, wie in der vergangenen Saison, ein besonderes Augenmerk auf die Defensive. „Wir wollen zunächst hinten sicher stehen und wenig Gegentore zulassen. Nach vorne haben wir mit unserer Qualität immer die Möglichkeit, Tore zu erzielen. Mir ist nach wie vor ein 1:0-Sieg lieber als ein 7:6.“ Eine Herangehensweise die zwar nicht nach Spektakel klingt, dem ERV aber in der Vorsaison den Aufstieg bescherte und damit deutlich erfolgreicher war, als die Spielzeiten zuvor.

Ob den Spielern die Zeit gereicht hat, diese Vorgaben zu verinnerlichen, wird man morgen (05.10.2018) im Icedome sehen können, wenn zum Saisonauftakt der ESC Geretsried zu Gast ist (20 Uhr). „Das ist ein Gegner, mit dem wir vom Kader her sicherlich auf Augenhöhe sind. Daher wollen wir natürlich mit einem Dreier starten“, lässt Vanc keine Zweifel aufkommen. Ob zum von Kapitän Simon Knaup angeführten Team dann auch schon Andrusovich und Kouba gehören ist noch nicht sicher. „Das hängt davon ab, ob die Pässe rechtzeitig da sind.“ Er sei aber zuversichtlich, dass trotz des Feiertags alles glatt läuft.

Ob er einige der abgewanderten Spieler vermisse, wollte Vanc hingegen nicht sagen. „Es ist, wie es ist. Ich gucke nur auf meine Mannschaft. Warum soll ich mich mit Spielern beschäftigen, die nicht mehr da sind.“ Fügte dann aber doch hinzu: „Vielleicht sehen wir den einen oder anderen in der Zukunft ja wieder in Schweinfurt.“ Es wäre nicht das erste Mal.

Quelle: Mainpost

2018-10-04T18:38:21+00:00Donnerstag, 4 Oktober, 2018|