Mighty Dogs erfüllen ihre Pflicht

ERV gegen Burgau aber auch mit Wacklern

Da waren es noch zwei! Mit dem 9:2-Erfolg über den ESV Burgau fuhren die Schweinfurter Mighty Dogs im Saisonendspurt mehr als die halbe Miete ein. Das bedeutet aber eben auch, dass zum Klassenerhalt vor den beiden schweren Spielen gegen Passau und Pfaffenhofen noch zwei Zähler fehlen, um den Verbleib in der Bayernliga aus eigener Kraft sicherzustellen. „Trotz des deutlichen Sieges hat mir das heute nicht so gut gefallen“, zeigte sich ERV-Coach Leos Zajic nach Spielschluss kritisch. „Wir haben viel zu offensiv gedacht. Die Defensivarbeit war nicht gut. Das muss in den nächsten Spielen besser werden.“

Dabei waren die Schweinfurter defensiv zunächst überhaupt nicht gefordert. Gegen die mit nur zwölf Feldspielern angereisten Gäste, die nach der Einhaltung der freiwilligen Selbstbeschränkung zum Einsatz von Kontingentspielern qualitativ wie quantitativ einen Großteil ihrer Mannschaft verloren hatten, begann der ERV druckvoll. Und dank Patrik Rypar ließen es die Hausherren auch nicht an Präzision vermissen. Nach Bulli-Gewinn von ERV-Spielertrainer Josef Straka zog die Nummer 24 schnörkellos ab. Die noch abgefälschte Scheibe hoppelte zur frühen Führung ins Tor (6.). Keine sechs Minute später schaltete der agile Rypar am schnellsten und verwertete einen Abpraller gegen überfordert wirkende Gäste zum 2:0 in die Maschen (12.). Als dann Marc Zajic nach feiner Einzelleistung auf 3:0 stellte (15.) schien die Messe bereits gelesen.

Doch trotz Chancen im 30-Sekunden-Takt zu Beginn des Mitteldrittels sorgten die Mighty Dogs nicht für den endgültigen K.O., sondern holten die Gäste durch alibihaftes Zweikampfverhalten vor dem 1:3 (26.) zurück in die Partie. Doch die Schweinfurter wankten lediglich, fielen aber nicht in Form eines weiteren Gegentores, sondern meldeten sich mit dem 4:1 (33.) durch Marcel Grüner, das dennoch irgendwie erlösend wirkte, zurück. Der Rest war die logische Folge qualitativer und quantitativer Überlegenheit der Gastgeber, die Zajic nicht überbewerten wollte: „Wir sind in diesem Spiel nicht zu 100 Prozent gefordert worden. Daher bin ich auch nicht sicher, wie gut die neu zusammengestellten Reihen tatsächlich funktionieren.“

Gut möglich, dass sowieso wieder zumindest kleine Veränderungen notwendig werden. Denn Jan Kouba musste während des Spiels aufgrund von Schwindelgefühlen aufgeben. Maximilian Rabs hingegen dürfte nach abgesessener Sperre wieder ran, während für Aleksander Andrusovich die Saison endgültig beendet scheint. „Für ihn ist es wirklich eine verkorkste Saison. Ich kann auch nicht sagen woran es liegt. Jeder Spieler ist selbst verantwortlich, was er in der Vorbereitung und in der Saison macht“, so Zajic über den erneuten Ausfall des Routiniers.

Dem Interimscoach an der Bande war die Unzufriedenheit trotz des deutlichen Sieges an diesem Abend anzumerken. „Wir haben unser Ziel zu gewinnen heute erreicht. Ich will aber mehr als nur 9:2 gewinnen. Die Zusammenarbeit der Spieler auf dem Eis war nicht das, was ich mir vorgestellt habe“, spricht Zajic Defizite klar an. Vermutlich auch, damit nach dem 9:2 und vor den entscheidenden Partien nicht wieder einige Spieler in die Komfort-Zone abtauchen.

Schweinfurt: Kessler – Schäfer, Schadewaldt, Faust, Knaup, A. Kleider, L. Kleider – Straka, Manger, Rypar, Ledin, Zajic, Kouba, Tratz, Grüner, Trolda, Oertel.

ERV Schweinfurt – ESV Burgau 9:2 (3:0, 3:1, 3:1)
Tore: 1:0 (6.) Rypar (Straka), 2:0 (12.) Rypar (Schadewaldt, Straka 5-4), 3:0 (15.) Zajic, 3:1 (26.) Becker (Tausend), 4:1 (33.) Grüner (Trolda, Tratz), 5:1 (36.) Ledin (Zajic, Tratz), 6:1 (40.) Straka (Schadewaldt), 7:1 (42.) Zajic, 7:2 (47.) Tausend (Zimmermann 5-4), 8:2 (51.) Rypar (Straka, Manger), 9:2 (59.) Ledin (Zajic). Strafminuten: 14/12. Zuschauer: 502.

Quelle: Mainpost

2019-02-24T17:08:04+00:00Sonntag, 24 Februar, 2019|