Mighty Dogs proben für die Abstiegsrunde

Eine enttäuschende Hauptrunde geht zu Ende. Anstatt mit dem kommenden Gegner TEV Miesbach um den Aufstieg in die Oberliga kämpfen zu können und damit zu den besten acht Teams in Bayern zu gehören, bangen die Mighty Dogs um den Ligaverbleib. Deshalb musste auch Headcoach Zdenek Vanc kurz vor Jahresende seinen Hut nehmen. Eine Maßnahme, die die verunsicherte Mannschaft wachrütteln und ihr Talent wieder zum Vorschein bringen sollte. Im Idealfall auch in Miesbach. Denn die Reise nach Oberbayern soll – obgleich tabellarisch für beide Teams unbedeutend – kein Muster ohne Wert sein.

Deutlich ruhiger hatte sich Mighty-Dogs-Vorsitzender Sergei Chevalier den Jahreswechsel vorgestellt. Doch seine Spieler machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Dabei war lange Zeit vieles nach Plan gelaufen. Der Aufsteiger startete furios in die Saison, befand sich mit sechs Siegen aus den ersten acht Spielen auf Play-off-Kurs. „Was danach passierte, ist nur schwer zu erklären. Irgendwann ist die Harmonie verloren gegangen und das Vertrauen war einfach nicht mehr da“, so Chevalier. Deutlich zu sehen war das dann auch dem Eis. Die Schweinfurter wirkten verunsichert, konnten nur noch selten an die früh in der Saison gezeigten Leistungen anknüpfen.

Dennoch glaubten die Verantwortlichen, auch aufgrund der Vielzahl an verletzten Leistungsträgern, mit Zdenek Vanc die Wende zu schaffen, wenigstens über die Abstiegsrunde die Liga zu erhalten. Der leidenschaftlich erkämpfte Derbysieg gegen Bad Kissingen bestärkte diese Entscheidung nochmals. Allerdings nicht nachhaltig genug. In Pegnitz, beim abgeschlagenen Tabellenletzten, folgte die wohl schwächste Saisonleistung – trotz des 2:1-Sieges. Mehr denn je schien der Ligaverbleib in Gefahr, so dass die Mighty Dogs – zu diesem Zeitpunkt sicherlich überraschend – die Reisleine zogen und sich von Vanc trennten.

Kleiner Aufwärtstrend

Die Mannschaft konnte sich nicht mehr hinter der Trainerdiskussion verstecken, musste also liefern. Und tat das. Zumindest eineinhalb Drittel. Forsch begannen die Mighty Dogs gegen Königsbrunn, das noch um die Aufstiegsrunde kämpfte. Sie erarbeiteten sich Chancen, waren präsent und griffig. Für wen es noch um das Erreichen der Play-Offs ging, war nicht auszumachen. Nur belohnten sich die Hausherren nicht. „Die Jungs haben alles reingehauen, sich gut präsentiert, trotz umgestellter Reihen“, war Steffen Reiser, der nun interimsmäßig mit Josef Straka das Zepter hält, zufrieden mit dem Auftritt.

Allerdings darf dieser nur ein Fingerzeig sein für die nächsten Wochen. „Das Potenzial wäre dagewesen, um unter die besten Acht zu kommen. Jetzt gilt es, in Miesbach nochmals zu zeigen, dass wir gutes Eishockey spielen können, um selbstbewusst in die Abstiegsrunde zu gehen“, fordert Chevalier, für den die letzte Hauptrundenpartie gegen die bereits für die Play-Offs qualifizierten Oberbayern mehr als nur eine Trainingseinheit ist. Denn die Mighty Dogs reisen nahezu komplett an den Schliersee. Die zuletzt nicht spielfähigen Christoph Schadewaldt, Daniel Tratz, Alexander Andrusovich, Marc Zajic, Marcel Grüner und Viktor Ledin stehen wieder zur Verfügung und werden wohl auch zum Einsatz kommen.

Nun gelte es, unter Wettkampfbedingungen Spielpraxis zu sammeln, funktionierende Reihen zu finden, sich Motivation und Selbstvertrauen zu holen. „Entscheidend wird sein, möglichst viele gute Dinge zu machen. Denn bayernligatauglich ist der Kader allemal“, ist Chevalier überzeugt vom Klassenerhalt. Und gelingt dieser, hat sich auch der unruhige Jahreswechsel halbwegs gelohnt.

 

Quelle: Mainpost

2019-01-04T22:41:17+00:00Freitag, 4 Januar, 2019|