Mission auf Umwegen erfüllt

ERV sichert Bayernliga-Verbleib

Der Stein der 21. Spielminute vielen ERV-Anhängern vom Herzen fiel, hätte größer kaum sein können. Denn in dieser Minute erzielte Viktor Ledin in der Partie gegen Passau die 1:0-Führung, die den Mighty Dogs den Weg zum vorzeitigen Klassenerhalt ebnete. Nachdem früh klar war, dass aus Fürstenfeldbruck, das gegen Schweinfurt-Verfolger Ulm früh deutlich zurücklag, keine Schützenhilfe zu erwarten war, wurde deutlich, dass die Mighty Dogs es mit einem Sieg selbst richten mussten. Beim Versuch, dies zu gewährleiten, taten sich die Gastgeber im ersten Drittel aber zunächst schwer. „Es war in dieser Phase ein sehr ausgeglichenes Spiel“, befand Gäste-Coach Oliver Vöst zu Recht. Beiden Teams war die Nervosität nämlich deutlich anzumerken. Aus einer sicheren Defensive heraus versuchten beide Mannschaften so zunächst, wenige Chancen des Gegners zuzulassen. Dass dies gelang war gerade auf Schweinfurter Seite keine Selbstverständlichkeit, hatte doch ERV-Coach Leos Zajic noch am Freitag das Abwehrverhalten seiner Mannschaft deutlich kritisiert. „Diesmal war ich sehr zufrieden mit der Leistung der gesamten Mannschaft. Sie haben die Vorgaben sehr gut umgesetzt. Dass Passau auch zu Chancen kommen würde, war klar. Aber wir haben wenig zugelassen und wenn doch war Kevin Kessler zur Stelle“, freute sich der sympathische Tscheche, der seine Mission damit erfüllte und sich aus Schweinfurt verabschiedete. „Vielen Dank, dass ich hier so gut aufgenommen wurde. Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben erreicht. Ich kann erhobenen Hauptes nach Hause fahren“, zog er in der Pressekonferenz nach der Partie ein durchweg positives Fazit.

Dass er dies tun konnte, lag vor allem an der Anfangsphase des zweiten Drittels. Denn da war besagter Ledin nach einem von Kouba gewonnenen Bully zur Stelle und setzte die Scheibe fulminant unhaltbar ins lange Eck. Exakt 88 Sekunden später gab Marcel Grüner die Antwort auf wütende Angriffe der Passauer, indem er die Scheibe in der neutralen Zone eroberte und dann einen Alleingang eiskalt zum 2:0 abschloss (23.). Die Gäste gaben sich in der Folge zwar keineswegs auf, konnten sich vor dem Schweinfurter Tor aber nur selten gefährlich in Szene setzen. Lediglich in der 43. Spielminute brannte es gleich zweimal lichterloh vor dem Schweinfurter Kasten, der von Kessler aber mit straken Saves auch in diesen Situationen saubergehalten wurde. In der Schlussphase, in der die Passauer den Goalie vom Eis genommen hatten, verpasste es Spielertrainer Josef Straka dann in zwei aussichtsreichen Situationen gar noch, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Das störte an diesem Abend aber keinen der 650 Zuschauer, die am Ende Mannschaft und Klassenerhalt lautstark feierten. So erreichten die Mighty Dos, die vor Saisonbeginn eigentlich Platz acht in der Hauptrunde als Ziel ausgegeben hatten, auf Umwegen doch noch das Minimalziel Klassenerhalt vorzeitig und können nun völlig entspannt am kommenden Sonntag zum letzten Saisonspiel nach Pfaffenhofen reisen.

Zajic wird dann nicht mehr an der Bande stehen und beabsichtigt das auch in Zukunft nicht mehr. „Ich bin seit zweieinhalb Jahren in meiner Firma so stark eingebunden, dass eigentlich keine Zeit bleibt, um als Eishockeytrainer tätig zu sein.“ Eine Ausnahme würde er dann aber doch machen. „Wenn es in Schweinfurt in der nächsten Saison nicht laufen sollte, dann würde ich sicher wieder zeitweise einspringen“, fügt er lachend an, um dann aber gleich zu ergänzen: „Das will ich aber nicht hoffen. Ich wünsche diesem Verein nur das Beste.“ Der Grundstein dafür ist mit dem Klassenerhalt gelegt. Jetzt gilt es, die Lehren aus dieser durchwachsenen Saison zu ziehen.

Quelle: Mainpost

2019-02-25T18:22:55+00:00Montag, 25 Februar, 2019|