Nur noch Play-Off-Spiele für den ERV

Erleichtert verließen die Schweinfurter am Sonntagabend das Eis. Mit Glück und Geschick hatten sie den jüngsten, drei Niederlagen währenden Negativlauf gestoppt und den TSV Peißenberg mit 3:2 in die Knie gezwungen, obwohl die Gäste aus Oberbayern das über weite Strecken bessere Team waren. Allerdings wurde ihnen die Mehrzahl an Strafzeiten zum Verhängnis.

Mächtig verärgert war ERV-Coach Zdenek Vanc nach der 3:6-Niederlage in Geretsried zum Rückrundenauftakt. Besonders die mentale Stärke seiner Schützlinge hatte der Übungsleiter im Nachlauf mit deutlichen Worten in Frage gestellt, nachdem sie erneut ein schneller Doppelschlag binnen 20 Sekunden ins Hintertreffen gebracht hatte.

Dies wollten die Schweinfurter gegen die ebenfalls angeschlagenen „Eishackler“, wie sich die Peißenberger selbst nennen, nun unbedingt vermeiden. Stark fokussiert starteten die Gastgeber, bei denen erneut Pascal Schäfer und Aleksander Andrusovich fehlten, in die Partie und lieferten den Oberbayern von der ersten Minute einen ausgeglichenen Kampf. Beide Teams generierten immer wieder gute Möglichkeiten, ehe Patrik Rypar mit einem kuriosen Treffer von der roten Linie die Hausherren in Führung brachte. Der Puck war vor dem TSV-Gehäuse versprungen und Keeper Felix Barth durch die Schoner gerutscht. „Es war ein Spiel zweier gleichstarker Mannschaften, wir hatten aber die Mehrzahl der Möglichkeiten“, sah Vanc seine Mannschaft leicht im Vorteil – nicht nur auf dem Ergebnisboard.

Allerdings wendete sich das Blatt nach dem Seitenwechsel, als die Peißenberger ihre Möglichkeiten effektiver nutzten als die Gastgeber. Denn kurz nach Wiederbeginn traf Florian Höfler zum Ausgleich und brachte die Gäste sogar just vor der zweiten Drittelpause in einer 4:3-Überzahlsituation in Führung. „Zuvor haben wir mehrmals Pfosten und Latte getroffen und hätten selbst das 2:1 erzielen müssen“, ärgerte sich der Tscheche über eine Vielzahl an vergebenen Einschussmöglichkeiten, wodurch sich die Schweinfurter einmal mehr das Leben unnötig erschwerten.

Unbeeindruckt vom Rückstand blieb die Heimsechs aber fokussiert und drängte nach dem Seitenwechsel auf den Ausgleich, der dann auch nach wenigen Minuten in doppelter Überzahl gelang. Nachdem Vanc durch eine Auszeit seinen besten Powerplay-Akteuren nochmals eine kleine Verschnaufpause gegönnt hatte, egalisierte der zuletzt schmerzlich vermisste Christopher Schadewaldt nach feinem Zuspiel von Jan Kouba.

Die Mighty Dogs waren nun das bissigere und willigere Team und belohnten sich – erneut in Überzahl – mit dem Führungstreffer durch Andreas Kleider, der Patrik Rypars Vorlage verwandelte. Zittern war in der Folge aber trotzdem angesagt, als Simon Knaup wegen Beinstellens vom Eis musste. Doch die Peißenberger konnten die Überzahl nicht nutzen und scheiterten auch in der Folge immer wieder am gut aufgelegten Lukas Haack, der über die komplette Spielzeit das Schweinfurter Gehäuse hütete.

So jubelten am Ende die Mighty Dogs über einen nicht unverdienten Heimsieg. „Die Jungs haben sich voll reingehauen und haben endlich wieder drei Punkte geholt. Die sind sehr wichtig für die Moral der Mannschaft“, freute sich Vanc. Nach zuletzt fünf Niederlagen in sechs Begegnungen bringt der Erfolg die Schweinfurter wieder in Schlagdistanz zu den Play-off-Plätzen. Nur einen Punkt liegen sie nun hinter dem Achten aus Geretsried. Und auf diesen Rang will der ERV in den kommenden Wochen unbedingt wieder klettern. „Wir gehen jetzt in jede Partie, als wäre sie ein Play-off-Spiel“, gibt Vanc die Marschroute für die nächsten Spiele vor.

Schweinfurt: Haack – L. Kleider, Knaup, A. Kleider, Köder, Schadewaldt, Faust – Ledin, Oertel, Kouba, Tratz, Grüner, Rypar, Zajic, Trolda, Straka.

ERV Schweinfurt – TSV Peißenberg 3:2 (1:0, 0:2, 2:0)

Tore: 1:0 (15.) Rypar, 1:1 (21.) Höfler (Stögbauer), 1:2 (39.) Höfler (Zink), 2:2 (42.) Schadewaldt (Kouba, Straka), 3:2 (52.) A. Kleider (Rypar, Straka). Strafminuten: 10 + 10 (Knaup)/18 + 10 (Zink). Zuschauer: 516.

Quelle: Mainpost

2018-11-26T19:44:14+00:00Montag, 26 November, 2018|