Derby gewonnen, Hoffnung verloren

Ein Achtungserfolg für die Mighty Dogs über die Wölfe – doch gleichzeitig auch rechnerisch die Gewissheit, dass es nicht mehr für die Schweinfurter reicht, in die Aufstiegsrunde zu gelangen. Immerhin bekamen die 1132 Fans noch einmal ein abwechslungsreiches und rasantes Derby geboten.

Sie waren gerade im ersten Drittel nicht wiederzuerkennen, die Schweinfurter. Beherzt nahmen sie die Derby-Situation an und spielten offensiv, gleichwohl mit Schäfer, Andrusovich und Schadewaldt gleich drei Mann fehlten. Einen Fehler konnten sie freilich nicht abstellen: die leichten Gegentore. Beim Bad Kissinger Führungstreffer attackierten zwei Mann den Puckführenden, ein Querpass und Jörg Filobok war frei, konnte lässig vollenden (8.). Die Mighty Dogs waren davon aber kaum beeindruckt, agierten weiter mutig nach vorn und ausgerechnet der Chancentod der letzten Wochen, Viktor Ledin, traf gegen seine Ex-Kollegen zum Ausgleich (14.).

Dann wurde es hektisch. Filobok bekam seinen vermeintlich zweiten Treffer aberkannt, der Schiedsrichter entschied, dass der Puck nicht über der Linie war. Im Gegenzug handelte sich der Kissinger eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Als kurze Zeit später noch ein Gästespieler raus musste, nutzten die Schweinfurter die 5:3-Überzahl zum 2:1, als Jan Kouba aus dem Gewühl traf (18.). Eine Minute später fast der Ausgleich, doch ERV-Keeper Kevin Keßler passte gut auf, als Filobok schon listig ums Tor gekurvt war.

Im Mitteldrittel legten die Gäste eine Schippe drauf. Stocktechnisch stark erspielten sie sich ein Übergewicht, doch die Schweinfurter standen stabil in der Defensive und wenn ein Kissinger mal zum Schuss kam, warf sich ein Verteidiger im letzten Moment in den Weg. Lohn der Mühen: das 3:1. Stephan Trolda passte scharf vors Tor, Ledin musste nur noch den Schläger hinhalten (23.). In der Folge wurde das Derby härter, die Strafzeiten häuften sich. Gerne mit dabei: Filobok, der es seinen früheren Kollegen offenbar zeigen wollte. Ein Foul der Schweinfurter hätte ums Haar zum 3:2 führen können: Nach einem Scheibenverlust von Patrik Rypar war der Kissinger Christian Masel auf und davon, konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Den fälligen Penalty führte Anton Seewald aus, fand aber seiner Meister in Keßler, der sich schon zuvor als sicherer Rückhalt erwiesen hatte (40.).

Im Schlussabschnitt zogen die Wölfe das Tempo noch weiter an und Seewald glückte zeitig mit einem satten Schuss das 3:2 (46.). Doch auch der ERV hatte noch seine Anteile, doch EC-Goalie Benjamin Dirksen fischte sich zwei gute Chancen (49., 50.). Sein Gegenüber Keßler wiederum parierte bärenstark bei Kissinger Überzahl (53.). Und als dann in der 58. Minute der Puck schon zweimal quer gelegt worden war, hielt beim dritten Anlauf Masel zum 3:3 den Schläger hin. So ging’s in eine Verlängerung, in der beide Teams ihre Möglichkeiten hatten, aber keine nutzten. Im Penaltyschießen sorgte schließlich der Schweinfurter Josef Straka für den Siegtreffer.

ERV Schweinfurt – EC Bad Kissingen 4:3 (2:1, 1:0, 0:2, 1:0) n. P.

Schweinfurt: Keßler – Köder, Knaup, Faust, A. Kleider, L. Kleider – Straka, Manger, Kouba, Zajic, Grüner, Rypar, Trolda, Oertel, Ledin. Bad Kissingen: Dirksen – Schneider, Cypas, Hemmerich, Freibergs, Eirenschmalz – Seewald, Nemirovski, Filobok, Zimmer, Masel, Marquardt, Revaj.

Tore: 0:1 (8.) Filobok (Seewald, Nemirovski), 1:1 (14.) Ledin (Zajic), 2:1 Kouba (5-3), 3:1 Ledin (Trolda, Knaup), 3:2 (46.) Seewald (Nemirovski, Hemmerich; 5-4), 3:3 Masel (Schneider, Seewald); Penalty zum 4:3 Straka. Schiedsrichter: Sintenis (Fiala, Laudenbach). Strafminuten: 12/12. Zuschauer: 1132.

Quelle: Mainpost

Fotos: Roland Körner

2018-12-27T21:43:30+01:00Donnerstag, 27 Dezember, 2018|
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