Große Vorfreude auf den Winter

Die vergangene Saison war auch für den Nachwuchs beim ERV Schweinfurt eine verlorene. Nach Sommertraining in Kleingruppen mit Anwesenheitslisten und auch ähnlich gestalteten Einheiten auf dem Eis gab es bis Ende Oktober zwar sogar den ein oder anderen Spieltag in Turnierform. Anfang November war dann aber wie für alle anderen auch Schluss mit dem Sport. „Wir hatten anfangs natürlich die Hoffnung, dass es im Januar weitergehen könnte“, so Robert Häring, Vorstand Sport beim ERV und langjähriger Nachwuchsleiter. „Dann hat sich die Situation aber anders dargestellt und als das Training wieder freigegeben war, gab es natürlich kein Eis mehr.“ Die gute Nachricht: Dem ERV sind die Jugendlichen dennoch nicht in Scharen weggelaufen! „Bei uns haben nur zwei Spieler aufgehört. Das hätte auch anders ausgehen können, wenn nicht der gesamte Sport zum Erliegen gekommen wäre.“ Und wenn nicht die Trainer, wie in vielen anderen Sportarten auch, kreativ geworden werden und die Kinder und Jugendlichen mit Online-Trainingseinheiten und Challenges bei Laune gehalten hätten.

So ist nun die Vorfreude auf den kommenden Winter bereits vor dem Start der Sommerferien groß. Die Terminplanung für eine hoffentlich in geregelten Bahnen ablaufende Saison läuft auf Hochtouren und auch das Sommertraining hat bereits Fahrt aufgenommen. „Zu den normalen Einheiten bieten wir auch immer wieder freiwilliges Training an Wochenenden an, was auch sehr gut angenommen wird. Inwieweit sich die fast komplett ausgefallene Saison, auf die sportliche Entwicklung des Nachwuchses ausgewirkt hat, ist dabei noch nicht abzusehen. „Das merkt man beim Sommertraining nicht so sehr. Auf dem Eis wird man es sicherlich sehen. Wir gehen schon davon aus, dass es einige Wochen dauern wird, bis die Kinder und Jugendlichen auch die eishockeyspezifischen Elemente wieder verinnerlicht haben.“ Umso froher ist Häring, dass sich abzeichnet, dass bereits in den letzten beiden Wochen der Sommerferien Eis zur Verfügung stehen wird. „Wir planen da bereits intensive Trainingseinheiten und Camps für unsere Spieler, die eventuell auch mit Externen aufgefüllt werden können.“ Zudem ist auch wieder ein Kids-Day in Planung, bei dem eishockeyinteressierte Kinder, den Sport einmal ausprobieren können. Dabei hofft Häring auf reges Interesse und betont, dass sich auch niemand von vermeintlich hohen Materialkosten abschrecken lassen sollte. „Wir haben im Verein ausreichend Leihausrüstung“, die nicht nur am Kids-Day genutzt werden kann. Zusätzlich könnte auch die Aussage der bayerischen Staatsregierung, Vereinsbeiträge für Kinder für ein Jahr zu finanzieren, dem einen oder anderen Elternteil die Entscheidung erleichtern, sein Kind im Sportverein anzumelden.

Trainer stünden in jedem Fall ausreichend zur Verfügung. Zwar hat mit sich Juri Peregudov (82) eine langjährige tragende Säule der Nachwuchsarbeit beim ERV in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, „aber ich bin in engem Austausch mit einem möglichen Nachfolger“, so Häring. Ein Engagement hänge allerdings davon ab, wie sich die Gesamtsituation in der Pandemie entwickelt, da der Kandidat mit A-Lizenz seinen Lebensmittelpunkt nach Schweinfurt verlagern müsste. Mit Janice Nortun ist aber auch eine Trainerin, die gerade ihren Trainerschein gemacht hat hinzugekommen. Und in Benedict Roßberg (Torwarttraining) und Leonardo Ewald haben auch zwei Spieler der ersten Mannschaft zugesagt, sich stärker in den Nachwuchsbereich einzubringen. Der ERV ist also gut gerüstet, um im Nachwuchsbereich wieder voll durchzustarten.

Etwas schlechter sieht die Situation in den anderen Abteilungen aus. Zwar waren auch im Eiskunstlauf und Rollhockey keine Vereinsaustritte zu verzeichnen, aber man geht davon aus, dass die Pandemie zumindest teilweise deutlich Spuren hinterlassen hat. „Beim Eiskunstlauf haben ja überhaupt keine Wettkämpfe stattgefunden. Die Trainer gehen schon davon aus, dass die Situation hier die Kinder und Jugendlichen in ihrer sportlichen Entwicklung wohl zwei Jahre gekostet hat.“ Beim Rollhockey hingegen sei es schon immer schwierig gewesen, Nachwuchs zu finden. „Das hat sich natürlich durch Corona auch nicht verbessert.“

VEREINT IN WEISS-BLAU.
Text: Timo Pohlmann / Schweinfurter Tablatt