In Kooperation mit dem Schweinfurter Tagblatt: Wollen die Mighty Dogs in die Oberliga aufsteigen? Und wie geht das überhaupt?
Der ERV Schweinfurt hat als Tabellenzweiter die Teilnahme an den Bayernliga-Play-offs in der Tasche und an diesem Wochenende Pause. Waldkraiburg, Peißenberg, Ulm/Neu-Ulm und Miesbach spielen in den Pre-play-offs die letzten beiden Teilnehmer für das Wochenende darauf aus. Ab dem 6. Februar (die Mighty Dogs starten mit einem Heimspiel, der Gegner steht noch nicht fest) steigt dann auch der ERV Schweinfurt ins Rennen um die Meisterschaft ein. Und dann?
„Natürlich wollen wir als Sportler immer das Maximale erreichen und so hochklassig wie möglich spielen“, antwortet ERV-Sportvorstand Gerald Zettner auf die Frage, ob die Schweinfurter im Falle des Falles das Aufstiegsrecht in die drittklassige Eishockey-Oberliga wahrnehmen würden. Doch Zettner schiebt nach: „Ein Aufstieg in diesem Jahr käme zu früh.“
Die Mighty Dogs haben sich intern darauf verständigt, in diesem Jahr, sollte sich die Möglichkeit bieten, vom Aufstiegsrecht keinen Gebrauch zu machen. Dem Verband gegenüber habe man dies nicht offiziell erklärt. „Das müssen wir nicht. Wir müssten nur bis zum 15. Februar erklären, wenn wir aufsteigen wollten.“ Seines Wissens nach habe dies bislang noch kein Bayernligist getan.
Aufstieg ist große Herausforderung
Das bestätigt auch Obmann Frank Butz vom Bayerischen Eissport-Verband (BEV). „Vereine, die an einem Aufstieg in die Oberliga Süd interessiert sind, müssen bis spätestens 15. Februar eine verbindliche schriftliche Erklärung gegenüber dem BEV und dem DEB abgeben. Zum heutigen Stand hat noch kein Verein eine verbindliche Erklärung abgegeben.“
Dieser Prozess sei eingeführt worden, da der Wechsel in die Oberliga für die Vereine eine erhebliche Herausforderung darstelle, sagt Butz. „Der Verein wechselt faktisch vom Amateurspielbetrieb in eine Liga unter Profibedingungen. Dies erfordert unter anderem eine entsprechende Infrastruktur, einen erhöhten organisatorischen Aufwand sowie in der Regel eine deutliche Anpassung des Spieleretats.“
Das weiß auch Zettner: „Die Kosten in der Oberliga sind weitaus höher. Man hat mehr Spiele und damit auch mehr Auswärtsfahrten. Die Saison beginnt früher. Man braucht also früher Eis, muss ein Trainingslager auf fremdem Eis machen und vieles mehr. Im Gegensatz dazu lassen sich die Erlöse kaum entsprechend steigern. Wenn du in der Oberliga um den Klassenerhalt kämpfst, kommen nicht automatisch mehr Zuschauer. Die Zahlen in der Bayernliga sind teils besser als in der Oberliga.“
Oberliga in ein, zwei Jahren ein Ziel in Schweinfurt
Das bedeute allerdings nicht, dass man es sich in der Bayernliga gemütlich machen wolle. „Perspektivisch ist die Oberliga für uns schon ein Ziel. Dafür müssen die Rahmenbedingungen aber gesund wachsen, damit man das auch stemmen kann“, meint der Sportvorstand. In ein, zwei Jahren könne das, den sportlichen Erfolg vorausgesetzt, schon ein Thema für Schweinfurt sein.
Sieht das die Mannschaft auch so? „Wir haben es den Spielern klar kommuniziert, dass wir etwas aufbauen wollen. Da ist Ehrlichkeit ganz wichtig. Und ich habe den Eindruck, dass die Jungs das auch verstehen und mitgehen.“ Und auch eine negative Reaktion des Publikums erwartet Zettner nicht. „Ich denke, auch die Fans wissen, dass die Saison bislang besser gelaufen ist, als wir alle es erwartet hatten, und verstehen, dass der Schritt zu früh kommen würde.
Zumal der ERV in der Oberliga ein weitgehend neues Team aufbauen müsste. Denn dort würden die zahlreichen EU-Ausländer im Kader unter die Kontingentspieler-Regel fallen. Und von denen dürfen nur drei im Kader stehen. „In der Oberliga ist es nur die Frage, ob die Spieler transferkartenpflichtig sind. Und das wären viele unserer Spieler“, sagt Zettner.
Es gibt also viele gute Gründe für einen Aufstiegsverzicht. Und dennoch wollen die Schweinfurter das Maximum aus dieser Spielzeit herausholen. „Ich habe den Eindruck, dass die Jungs spüren, dass mit dieser Mannschaft noch einiges möglich ist. Sie ist schließlich nicht umsonst Zweiter in der Hauptrunde geworden und hat gezeigt, dass sie auch unter Druck funktioniert.“ Darin sieht Zettner auch einen der Gründe für die starke Saison der Schweinfurter. „Wir haben einen starken Zusammenhalt im Team. Das, der Trainer-Faktor und auch die Tatsache, dass wir die Abgänge mehr als nur kompensiert haben, hat dazu geführt, dass es bislang so gut gelaufen ist.“
Play-off-Gegner des ERV noch nicht fix
Jetzt werden die Karten neu gemischt. Frühestens am Sonntag ist klar, auf wen die Mighty Dogs im Viertelfinale treffen werden. Klar ist, dass es die Mannschaft sein wird, die sich in den Pre-Play-offs durchsetzt und die beste Platzierung in der Hauptrunde hatte. Angesichts der sportlichen Entwicklung der letzten Wochen deutet damit vieles auf den TEV Miesbach hin.
Text: Timo Pohlmann und Felix Mock / Schweinfurter Tagblatt / Mainpost
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