Wechselbad der Gefühle

Nach fünf Wochen intensiver Vorbereitung mit sechs Siegen aus sechs Spielen stand am Samstagabend, am Tag der Deutschen Einheit, das Eröffnungsspiel zwischen dem HC Landsberg und den Mighty Dogs auf dem Plan. Bereits um 15 Uhr trafen die ersten Schweinfurter Fans ein, um am Fanfest mit Biergartenstimmung teilzunehmen. Bei bestem Wetter, kühlen Getränken und verschiedenen Speisen konnten sich beide Fanlager über ihren Lieblingssport austauschen. Mit Öffnung des Eisstadions füllte sich dieses mehr und mehr bis zum ersten Bully. Am Ende waren es 1.999 Zuschauer, davon rund 250 Fans aus der Kugellagerstadt. Vor dem Spiel gab es noch eine kleine Eröffnungszeremonie, bei der man den Worten der Landsberger Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl, Vereinspräsident Rainer Böck und Eishockeyobmann Frank Butz lauschte.

Die Mighty Dogs konnten mit dem kompletten Kader nach Landsberg reisen, sodass Lukas Krumpe und Alex Asmus wieder im Aufgebot des ERV standen. Auf Seiten des HC Landsberg stand dann überraschend doch Mika Reuter im Kader, der im Verlauf des Spiels auch noch wichtig für den HCL werden sollte. Im Tor der Gäste begann Leon Pöhlmann, bei den Riverkings Moritz Borst.

Die ersten Minuten gehörten dem Team von Sergej Waßmiller. Durch Ricards Bernhards hatten die Mighty Dogs auch prompt die erste große Möglichkeit des Spiels, doch er scheiterte an Borst. Quasi im Gegenzug machten es die Hausherren deutlich besser: Frantisek Wagner eröffnete in der dritten Minute den Torreigen an diesem Abend – 1:0! Den Ausgleich erzielte fünf Minuten später der Kapitän höchstpersönlich im Powerplay, als er den Puck per Volley an Borst vorbei in die Maschen schoss. Danach entwickelte sich ein rasantes Spiel, das bei den Zuschauern sehr gut ankam.

Noch besser wurde die Stimmung allerdings bei den Heimfans, die innerhalb von nicht einmal 120 Sekunden gleich dreimal jubeln durften. Zunächst traf Mika Reuter in der 14. Minute zur erneuten Führung, anschließend erhöhte Victor Östling auf 3:1. Und weil die Defensive der Dogs in diesen Minuten völlig von der Rolle war, setzte Neuzugang Raivo Freidenfelds noch einen drauf und erhöhte auf 4:1. Sergej Waßmiller nahm umgehend seine Auszeit, um seiner Mannschaft einige Anweisungen mitzugeben. Zudem gab es einen Wechsel im Tor: Benny Roßberg übernahm für Leon Pöhlmann, der bei den Gegentoren von seinen Vorderleuten weitgehend allein gelassen worden war.

Die Pause nutzte das Schweinfurter Trainerteam, um die Reihen zu verändern. So rutschte Bernhards für Dana in die erste Reihe, auch Alksnis und Donins bildeten wieder das erste Verteidigungspärchen, während Nedved in die zweite Reihe zu Pribyl kam. Viel zu bestaunen gab es bis fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels nicht, da Landsberg das Spiel der Dogs immer wieder unterbrach. Doch dann kamen die 180 Sekunden der Mighty Dogs, die damit den Riverkings aus dem ersten Drittel nacheiferten.
Kristers Donins erzielte zunächst den Anschluss zum 4:2. Kurz darauf sorgte Georg Pinsack mit dem 4:3 aus Sicht des ERV für neue Hoffnung, dass hier noch etwas gehen könnte. Und dann war da noch Renars Alksnis, der tatsächlich den Ausgleich zum 4:4 erzielte. Ein echtes Wechselbad der Gefühle im gesamten Hungerbachdome.

Die Frage, wie die Mannschaften diesmal aus der Kabine kommen würden, war schnell beantwortet. Vier Minuten nach Wiederbeginn zog Dominic Erdt vor der Schweinfurter Bank einfach einmal ab und der Puck flog an Freund und Feind vorbei direkt ins Tor zur erneuten Führung für die River Kings– 5:4!
Mit zunehmender Dauer des letzten Spielabschnitts entwickelte sich die Partie zu einem immer spannenderen Duell und ein erneuter Ausgleich lag durchaus in der Luft. Eine Minute vor dem Ende ging Roßberg für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Währenddessen zogen die Landsberger eine zweiminütige Strafe. Die Chance für die Gäste also, bei sechs gegen vier den Ausgleich zu erzielen. Doch der HCL verteidigte das stark weg. 1,5 Sekunden vor dem Ende war es schließlich erneut Raivo Freidenfelds, der mit dem Empty-Net-Treffer zum 6:4-Endstand traf.

Es war für alle Beteiligten das erhoffte Eröffnungsspiel, das beste Werbung für den Eishockeysport bot. Am Ende siegte der HC Landsberg vor heimischer Kulisse nicht unverdient. Dennoch hätten sich Kevin Heckenberger und Co. zumindest einen Punkt für ihre Aufholjagd verdient gehabt. Von den rund 250 mitgereisten Fans aus Schweinfurt gab es dafür zurecht Applaus und aufmunternde Worte, die Leon Pöhlmann kurz vor Beginn des zweiten Drittel bereits aus dem Gästeblock bekam.

Am kommenden Freitag steht dann das erste Punkheimspiel auf dem Plan. Zum Auftakt im heimischen Icedome kommt es zum „Derby“ gegen den ERSC Amberg. Die Wild Lions empfangen am Sonntagabend zuvor den ESC Kempten.

Statistik:

Tore
Per Zeit Spielstand GS Team Torschütze Assistent Assistent 2 auf dem Eis (Heim) auf dem Eis (Gast)
1 03:08 1:0 EQ HCL WAGNER F. (97) KASTEN C. (55)
1 08:12 1:1 PP1 ERVS HECKENBERGER K. (10) ASMUS A. (24) DONINS K. (19)
1 13:14 2:1 EQ HCL REUTER M. (28) ÖSTLING V. (96) REICHENEDER F. (72)
1 14:53 3:1 EQ HCL ÖSTLING V. (96)
1 15:22 4:1 EQ HCL FREIDENFELDS R. (77) WAGNER F. (97)
2 34:23 4:2 EQ ERVS DONINS K. (19) LITESOV D. (89) CERMAK T. (41)
2 36:08 4:3 EQ ERVS PINSACK G. (91) BARES P. (46) MELCHIOR N. (84)
2 37:45 4:4 EQ ERVS ALKSNIS R. (28) DANA J. (70) CERMAK T. (41)
3 44:03 5:4 GWG EQ HCL ERDT D. (29) REICHENEDER F. (72)
3 59:59 6:4 EN EQ HCL FREIDENFELDS R. (77)

Strafminuten:  Landsberg 10 Minuten / Schweinfurt 8 Minuten

Zuschauer: 1999 im Hungerbachdom / 403 auf SpradeTV

Highlights & Pressekonferenz: https://www.sprade.tv/de/game/12945/hc-landsberg-riverkings-vs-schweinfurt-mighty-dogs

VEREINT IN WEIßBLAU