Die Eispiraten und der amtierende Meister warten auf die Mighty Dogs
Nach dem erfolgreichen vergangenen Wochenende, an dem lediglich ein Heimspiel auf dem Programm stand, wollen die Mighty Dogs ihre kleine Siegesserie fortsetzen und weitere wichtige Punkte in der Bayernliga sammeln. Am Freitag, 30. Oktober, gastiert der ERV Schweinfurt beim Aufsteiger ESC Dorfen, ehe am Sonntag mit dem EHC Königsbrunn der amtierende bayerische Meister im Icedome seine Visitenkarte abgibt. Besonders das Wiedersehen mit den Brunnenstädtern dürfte bei Spielern und Fans Erinnerungen an die packende Finalserie der vergangenen Saison wecken. Für die Mannschaft von Sergej Waßmiller warten somit zwei unterschiedliche, aber keineswegs einfache Aufgaben.
Freitag bei den Eispiraten des ESC Dorfen
Mit dem ESC Dorfen treffen die Mighty Dogs am Freitag auf einen Aufsteiger, der sich nach seiner Rückkehr in die Bayernliga erst noch an das höhere Niveau gewöhnen muss. Die Mannschaft von Trainer Tobias Brenninger konnte zwar bereits erste Achtungserfolge feiern, musste aber auch feststellen, dass Fehler in der Bayernliga schnell bestraft werden. Gerade über die gesamte Spielzeit fehlt es den Eispiraten bislang noch an der nötigen Konstanz.
Zum Saisonauftakt musste Dorfen beim EHC Waldkraiburg eine deutliche 1:8-Niederlage hinnehmen, nachdem das erste Drittel noch ausgeglichen verlaufen war. Auch im ersten Heimspiel gegen die River Rats aus Geretsried gab es beim 3:7 nichts zu holen. Am dritten Spieltag folgte dann allerdings der erste Erfolg: Beim ESV Buchloe setzten sich die Eispiraten mit 4:3 durch und sicherten sich damit die ersten drei Punkte der Saison. Anschließend folgten weitere Rückschläge. Gegen den EHC Königsbrunn unterlag Dorfen mit 0:4, bei den Devils aus Ulm setzte es eine deutliche 2:9-Niederlage. Besonders bitter verlief das vergangene Heimspiel gegen den TEV Miesbach. Nach 40 Minuten führten die Eispiraten noch mit 3:1 und hatten den nächsten Dreier bereits vor Augen. Doch im Schlussabschnitt kassierte man vier Gegentreffer und musste sich am Ende mit 3:5 geschlagen geben. Ein Spiel, das deutlich macht, dass der Aufsteiger durchaus mithalten kann, über die volle Distanz aber noch Schwierigkeiten hat, seine Leistung konstant abzurufen.
Beim Blick auf den Kader zeigt sich, dass der ESC Dorfen nach dem Aufstieg auf eine Mischung aus bewährten Kräften, eigenen Nachwuchsspielern und Neuzugängen setzt. An der Bande steht weiterhin Aufstiegstrainer Tobias Brenninger, der von Co-Trainer Florian Geisberger unterstützt wird. Im Tor gehört Andreas Marek zu den erfahrenen Stützen der Mannschaft. In der Defensive stehen unter anderem Moritz Geier, Quirin Brugger und Erik Walter zur Verfügung. Mit Mark Waldhausen kehrte zudem ein alter Bekannter nach Dorfen zurück. Der mittlerweile 36-jährige Verteidiger spielte zuletzt sieben Spielzeiten für die Erding Gladiators und soll der Hintermannschaft mit seiner Erfahrung zusätzliche Stabilität verleihen. In der Offensive gilt es vor allem, auf Vaclav Adamec zu achten. Der Tscheche wechselte von unseren Nachbarn, den Haßfurt Hawks, zu den Eispiraten. In der vergangenen Landesliga-Saison stellte er mit beeindruckenden 41 Treffern in 27 Spielen seine Torgefahr unter Beweis. Gemeinsam mit Vaclav Krlis, David Stach und den weiteren Angreifern soll er nun auch in der Bayernliga für die nötigen Tore sorgen. Zum Angriff gehören außerdem Kapitän Sandro Schroepfer, Kevin Schinko, Michael Franz und Maximilian Steiner.
Nicht mehr zur Verfügung stehen dagegen zwei langjährige Leistungsträger. Mit Lukas Miculka und Florian Brenninger beendeten im Sommer gleich zwei prägende Spieler ihre aktive Laufbahn.
Auch wenn die bisherigen Ergebnisse nicht unbedingt für den Aufsteiger sprechen, sollten die Mighty Dogs gewarnt sein. Dorfen hat mit dem Auswärtssieg in Buchloe bereits gezeigt, dass man auch gegen etablierte Bayernliga-Mannschaften punkten kann. Zudem stand die Mannschaft zuletzt gegen Miesbach lange vor einem weiteren Erfolg. Für den ERV wird es deshalb wichtig sein, von Beginn an konzentriert aufzutreten und die sich bietenden Möglichkeiten konsequent zu nutzen. Ein Selbstläufer dürfte die Partie bei den Eispiraten jedenfalls nicht werden.
Sonntag: Der amtierende Meister kommt nach Schweinfurt
Am Sonntag wartet dann ein echtes Highlight auf die Mighty Dogs und ihre Fans. Mit dem EHC Königsbrunn gastiert der amtierende bayerische Meister im Icedome. Das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt noch gar nicht so lange zurück und dürfte den Schweinfurter Anhängern bestens in Erinnerung geblieben sein. Schließlich standen sich beide Teams im Frühjahr in einer packenden Finalserie gegenüber, die erst im siebten und entscheidenden Spiel ihren Sieger fand. Die Finalserie hatte alles zu bieten, was das Eishockeyherz begehrt. Beide Mannschaften lieferten sich spannende Duelle, ehe die Entscheidung erst im siebten Spiel fiel. Am 4. April begleiteten rund 400 Schweinfurter Fans ihre Mighty Dogs nach Königsbrunn und sorgten für eine beeindruckende Unterstützung. In einer bis zum Schluss umkämpften Begegnung musste sich der ERV denkbar knapp mit 5:6 geschlagen geben. Während die Brunnenstädter die bayerische Meisterschaft feierten, feierten die Fans der Mighty Dogs nach einer außergewöhnlichen Saison den Vizemeistertitel und ihre Mannschaft.
Nun kommt es erstmals in der neuen Spielzeit zum Wiedersehen beider Finalisten. Auch wenn es diesmal lediglich um drei Punkte in der Hauptrunde geht, dürfte die Begegnung für beide Mannschaften und insbesondere für die Schweinfurter Fans einen besonderen Stellenwert haben.
Auch beim amtierenden Meister blieb das Spielerkarussell im Sommer nicht stehen. Trotz des Titelgewinns mussten die Königsbrunner einige Abgänge verkraften. Unter anderem zog es Dominic Erdt, Luca Kinzel und Meistertrainer Robert Linke zum HC Landsberg. Auch auf den Kontingentpositionen gab es Veränderungen, sodass die Verantwortlichen ihren Kader auf mehreren Positionen neu aufstellen mussten. Eine der auffälligsten Neuverpflichtungen ist Justin Maylan. Der kanadische Center kam vom Oberligisten EC Peiting und bringt reichlich Erfahrung aus verschiedenen europäischen Ligen mit. Bereits in der DEL2 konnte Maylan für die Heilbronner Falken mit 39 Scorerpunkten in 44 Spielen überzeugen. Auch in der Oberliga stellte er seine Qualitäten als Spielmacher unter Beweis und soll nun in Königsbrunn für zusätzliche Kreativität und Torgefahr sorgen. Mit Steffen Tölzer von den Lindau Islanders sicherte sich der EHC zudem einen erfahrenen Verteidiger, der bereits zahlreiche höherklassige Einsätze vorweisen kann. Für die Offensive wurden neben Maylan auch Tim Flammann vom EV Füssen, Philipp Markgraf vom EC Peiting sowie Anton Seidel vom EC Pfaffenhofen verpflichtet. Maximilian Helling wechselte von den Erding Gladiators zu den Brunnenstädtern. Auf der Torhüterposition verstärkte man sich mit Nicolas Hetzel, der zuvor beim ESC Haßfurt zwischen den Pfosten stand. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Verpflichtung von Kevin Hu. Der Topscorer der vergangenen Bayernliga-Hauptrunde wechselte von den Kempten Sharks zum Meister. Allerdings verlief sein Engagement nicht wie erhofft. Erst vor wenigen Tagen bat der Angreifer um die Auflösung seines Vertrags.
Neben den Neuzugängen kann Königsbrunn weiterhin auf zahlreiche bewährte Kräfte zurückgreifen. Mit Benjamin Beck und Stefan Vajs stehen zwei bekannte Torhüter im Aufgebot, wobei insbesondere Vajs in den vergangenen Playoffs ein wichtiger Rückhalt war. Auch Hayden Trupp, Marc Streicher, Marco Sternheimer und Tim Bullnheimer gehören weiterhin zu den Spielern, die bereits im Meisterteam eine wichtige Rolle übernommen hatten. Damit verfügt der EHC Königsbrunn trotz einiger Veränderungen erneut über einen qualitativ stark besetzten Kader, der den Mighty Dogs einiges abverlangen dürfte.
Der Start in die neue Bayernliga-Saison verlief für den amtierenden Meister allerdings nicht ohne Schwierigkeiten. Zum Auftakt setzte sich Königsbrunn bei den River Rats aus Geretsried mit 5:4 nach Verlängerung durch. Im ersten Heimspiel gegen Dingolfing folgte eine knappe 2:3-Niederlage, ehe man beim ESV Buchloe mit 5:8 das Nachsehen hatte. Gegen die Devils aus Ulm fand der EHC anschließend wieder in die Erfolgsspur und sicherte sich mit einem 3:2 nach Verlängerung den nächsten Sieg. Am 18. Oktober folgte ein souveräner 4:0-Auswärtserfolg beim ESC Dorfen, bei dem die Königsbrunner vor allem defensiv überzeugten. Beim TEV Miesbach musste sich der Meister anschließend mit 1:3 geschlagen geben. Im jüngsten Heimspiel gegen die Kempten Sharks bewies Königsbrunn jedoch erneut seine Qualitäten. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands drehten die Brunnenstädter die Partie und feierten am Ende einen 4:3-Erfolg. Zwei Überzahltreffer spielten dabei eine entscheidende Rolle.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass auch der amtierende Meister durchaus verwundbar ist. Gleichzeitig verfügt die Mannschaft über genügend Erfahrung und individuelle Qualität, um selbst schwierige Spiele noch zu ihren Gunsten zu entscheiden. Gerade das Überzahlspiel könnte am Sonntag eine wichtige Rolle einnehmen. Für die Mighty Dogs wird es deshalb darauf ankommen, unnötige Strafzeiten zu vermeiden, defensiv konzentriert zu arbeiten und die eigenen Torchancen konsequent zu nutzen.
Sergej Waßmiller und Semjon Bär sind sich bewusst, welch schwere Aufgaben am Wochenende bevorstehen und haben eine leichte Entwarnung für Lucas Kleider:
„Auch wenn die Tabelle derzeit etwas anderes vermuten lässt, stehen uns zwei schwere Aufgaben bevor. Dorfen steht zwar aktuell auf dem letzten Tabellenplatz, wir schätzen die Mannschaft aber deutlich stärker ein. Sie verfügen über einen qualitativ gut besetzten Kader und haben bereits gezeigt, dass sie in der Bayernliga mithalten können. Natürlich wollen wir am Freitag unsere ersten Auswärtspunkte holen. Gleichzeitig wissen wir, dass uns diese Aufgabe alles abverlangen wird.
Über Königsbrunn müssen wir sicherlich nicht viele Worte verlieren. Der amtierende Meister verfügt auch in dieser Saison wieder über eine enorme Qualität im Kader. Wir sehen die Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr sogar noch stärker. Auch der aktuelle Tabellenplatz spiegelt aus unserer Sicht nicht die tatsächliche Stärke der Königsbrunner wider. Wir gehen fest davon aus, dass der Meister im weiteren Saisonverlauf in der Tabelle noch deutlich nach oben klettern wird.
An diesem Wochenende können wir leider nicht auf unsere Förderlizenzspieler aus Nürnberg zurückgreifen, da sie selbst Spiele haben und zudem teilweise leicht angeschlagen sind. Ansonsten können wir, wie bereits gegen Geretsried, aus dem Vollen schöpfen. Erfreulicherweise steht auch Lucas Kleider wieder auf dem Eis und nimmt am Training teil. Ob er am Wochenende bereits wieder zum Einsatz kommt, hängt davon ab, ob er sich selbst fit genug dafür fühlt.“
Mit dem ESC Dorfen und dem EHC Königsbrunn warten am Wochenende zwei Gegner auf die Mighty Dogs, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während der Aufsteiger aus Dorfen um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt kämpft, möchte der amtierende Meister aus Königsbrunn trotz seines durchwachsenen Saisonstarts wieder Anschluss an die oberen Tabellenplätze finden.
Für die Mannschaft von Sergej Waßmiller gilt es zunächst, die Auswärtsaufgabe am Freitag erfolgreich zu bewältigen. Am Sonntag wartet dann vor heimischer Kulisse das Wiedersehen mit dem Finalgegner der vergangenen Saison. Die Fans dürfen sich dabei auf ein spannendes Duell freuen, bei dem die Mighty Dogs alles daransetzen werden, ihre weiße Weste im Icedome zu verteidigen und weitere wichtige Punkte einzufahren.
Hinweise zum Auswärtsspiel gegen den ESC Dorfen – 30. Oktober 2026 um 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Bully: 20:00 Uhr
Stream: SpradeTV
Tickets: Abendkasse
Hinweise zum Heimspiel gegen den EHC Königsbrunn – 01. November 2026 um 18:00 Uhr
Einlass: 17:00 Uhr
Bully: 18:00 Uhr
Stream: SpradeTV
Tickets: Online & Abendkasse
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