Die nächsten Aufgaben vor der Brust
Das Wechselbad der Gefühle vom Eröffnungsspiel der Bayernliga ist gerade verdaut, da steht bereits das erste Punktheimspiel der neuen Bayernliga Saison an. Auch hier startet der ERV mit einer Partie, die ähnlich wie in Landsberg ein stimmungsvolles Auftaktspiel verspricht: das „Derby“ gegen die Wild Lions vom ERSC Amberg steht vor der Tür. Schon in den vergangenen Saisons bot sich hier oftmals eine tolle Atmosphäre auf den Rängen ebenso wie auf dem Eis. In der letzten Saison trafen beide Mannschaften viermal aufeinander: zweimal in der Vorbereitung, und zweimal während der Vorrunde der Bayernliga. Insgesamt konnten die Mighty Dogs hier alle Partien relativ deutlich für sich entscheiden. Wer nun aber glaubt, dass man hieran einfach nahtlos anknüpfen kann, der sei gewarnt: nachdem man aus Sicht der Wild Lions in der letzten Saison mehrere große Verletzungsphasen überstehen musste und häufig nur mit einem stark ausgedünnten Kader antrat, hat sich an ebendiesem Kader über den Sommer auch einiges getan – die Qualität dürfte unter dem Strich deutlich zugenommen haben.
Auf der Trainerposition ist weiterhin der im Lauf der letzten Saison verpflichtete Christian Zessack verantwortlich, der schon kurz nach seinem Amtsantritt für eine deutliche Leistungssteigerung beim ERSC sorgen konnte. Dieser steht nun vor seiner ersten vollen Saison als Amberger Headcoach und war damit natürlich auch in die Kaderplanung involviert. Während Christoph Eckl, Nico Troglauer, Torhüter Lucas Di Berardo den Verein verließen, ging mit Marco Pronath auch ein langjähriger Akteur, der bereits seit 2021 bei den Ambergern aktiv war. Auch der für die Abstiegsrunde verpflichtete David Michel sowie der reaktivierte Martin Heinisch verließen die Wild Lions wieder.
Verstärkt wird der Kader, der im Kern rund um den Topscorer Brendan Walkom zusammengehalten wurde, an mehreren Positionen. Im Sturm sind hier unter anderem der US-Amerikaner Cooper Fensterstock, der bereits in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen konnte, sowie Dennis Gulda, der von der EA Schongau nach Amberg wechselt. Ein echter Kracher ist dem ERSC mit dem kurz vor Saisonbeginn verpflichteten Jaroslav Hafenrichter gelungen, der auf eine beeindruckende Vergangenheit in den höchsten deutschen Ligen besitzt, wo er unter anderem 5 Saisons in der DEL für Hamburg und Augsburg auf Punktejagd ging. Mit Jakub Bitomsky verpflichtete Amberg einen ausgesprochen torgefährlichen Angreifer. Der 26-jährige Deutsch-Tscheche bringt reichlich Erfahrung aus Oberliga und Bayernliga mit und kam zuletzt in der Regionalliga West für Essen in 30 Spielen auf 63 Scorerpunkte und soll damit auch die Durchschlagskraft in der Amberger Offensive ausbauen. Defensiv sorgt der Neuzugang von Tomas Schmidt von den Blue Devils Weiden für Aufsehen, während mit Johannes Krieger ein Nachwuchstalent zu seiner ersten Seniorensaison kommt. Im Tor kehrt außerdem ein alter Bekannter zurück: Timon Bätge, der in den letzten beiden Jahren in der Oberliga Nord für die Rostock Piranhas aktiv war, kehrt nach Amberg zurück um künftig den Oberpfälzern den Rücken zu stärken. An ihm bissen sich schon in der Vergangenheit etliche Angreifer die Zähne aus.
Die Vorbereitung der Wild Lions verlief vielversprechend. Bereits im ersten Test gegen den Oberligisten Selber Wölfe zeigte Amberg, dass man sich auch gegen höherklassige Gegner nicht verstecken möchte. Zwar ging die Partie knapp mit 1:2 verloren, doch die Leistung der Wild Lions konnte sich durchaus sehen lassen. Anschließend folgte ein 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen gegen den Bayernligisten Dingolfing. Gegen die Schönheider Wölfe drehte Amberg einen frühen 0:2-Rückstand noch in einen 6:3-Sieg. Besonders Jakub Bitomsky zeigte dabei mit fünf Scorerpunkten seine offensive Qualität. Auch beim letzten Auswärtstest in Dorfen überzeugten die Amberger. Beim 6:4 führten die Wild Lions zwischenzeitlich sogar mit 6:1. Bitomsky erzielte drei Treffer und bestätigte damit erneut seine Torjägerqualitäten.
Insgesamt kam Amberg auf vier Siege aus sechs Vorbereitungsspielen. Der Start in die neue Saison verlief ebenfalls positiv: gegen die Sharks aus Kempten konnten sich die Wild Lions mit 7:6 nach Verlängerung die ersten beiden Punkte sichern. Nach mehreren Rückständen bewies der ERSC mehrmals Moral und konnte das Spiel am Ende zu seinen Gunsten entscheiden.
Trainer Semjon Bär, der dieses Wochenende mit dem Nachwuchs unterwegs sein wird und deshalb nicht an der Bande steht, äußert sich zu den anstehenden Aufgaben des Wochenendes wie folgt:
„Die Niederlage gegen Landsberg war denkbar knapp, aber wir haben das Spiel gemeinsam mit der Mannschaft aufbereitet und wissen, wo unsere Fehler lagen. Die Gegner Amberg und Grafing, die am Wochenende auf uns warten, haben Sergej und ich eingehend analysiert und sind gut vorbereitet. Leider müssen wir am Wochenende auf Lucas Kleider ebenso verzichten wie auf Pavel Bares, der zumindest am Freitag aufgrund von Uni Veranstaltungen fehlen wird. Für den Freitag sieht es aktuell so aus, als ob wir auf die drei Förderlizenzspieler aus Nürnberg zurückgreifen können, so dass wir mit einem entsprechend breiteren Kader agieren können. Wir freuen uns schon auf das „Derby“ am Freitag, die Mannschaft ist heiß darauf vor lautstarker Kulisse aufzulaufen – die lauten Fans pushen jeden im Team, deshalb zählen wir auf unseren siebten Mann!“
Auswärts am Sonntag: EHC Klostersee
Mit dem EHC Klostersee wartet am Sonntag auf die Mighty Dogs ein Gegner, der bereits in der vergangenen Saison zu den stärkeren Teams der Bayernliga gehörte. Die Grafinger wollen auch in dieser Spielzeit wieder um die Playoff-Plätze mitspielen und haben dafür ihren Kader im Sommer an einigen Stellen verändert.
Der EHC Klostersee beendete die Hauptrunde 2025/26 auf einem starken fünften Tabellenplatz. Mit 55 Punkten aus 30 Spielen qualifizierten sich die Grafinger direkt für das Playoff-Viertelfinale. Dort wartete mit dem HC Landsberg ein unangenehmer Gegner. In einer engen Serie konnte Klostersee zwar zwei Spiele gewinnen, musste sich den Riverkings letztlich aber mit 2:4 Siegen geschlagen geben. Damit war die Saison im Viertelfinale beendet. Dennoch konnte der EHC auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken und sich für die neue Saison einiges vornehmen.
Im Sommer wurde der Kader punktuell verändert. Unter anderem verließen mit Kelvin Walz und Luka Kauppila zwei wichtige Offensivkräfte den Verein. Auch Valentin Kroha wechselte zum TEV Miesbach. Dem gegenüber stehen mehrere interessante Neuzugänge. In der Defensive soll Liam Hätinen vom EC Pfaffenhofen für zusätzliche Stabilität sorgen. Im Angriff kamen unter anderem der US-Amerikaner Tyler Braccini sowie der Tscheche Jan Tlacil hinzu. Kurz vor Saisonbeginn reagierte Klostersee zudem auf die personelle Situation und verpflichtete mit Marvin Drothen einen erfahrenen Stürmer. Der 24-Jährige bringt knapp 200 DEL2-Spiele mit und kann sowohl als Center als auch auf dem Flügel eingesetzt werden. Eine wichtige Konstante bleibt dagegen im Tor: Lukas Steinhauer verlängerte beim EHC und gibt der Mannschaft weiterhin einen erfahrenen Rückhalt.
Die Vorbereitung verlief für die Grafinger nicht ganz problemlos. Verletzungen und Erkrankungen sorgten immer wieder für einen ausgedünnten Kader. Sportlich zeigte Klostersee aber durchaus gute Ansätze. Nach einer 1:3-Niederlage gegen Geretsried folgte beim Alpenwelle-Cup ein überzeugender 5:1-Erfolg gegen den TEV Miesbach. Besonders im Schlussdrittel präsentierte sich der EHC dabei offensiv stark. Mit einem positiven Gefühl ging die Mannschaft von Trainer Thomas Vogl deshalb in die neue Saison.
Der Start in die Bayernliga verlief dann auch entsprechend erfolgreich. Im Derby gegen den TEV Miesbach setzte sich Klostersee deutlich mit 5:1 durch. Dabei erwischte Miesbach zunächst den besseren Start und ging früh in Führung. Der EHC fand jedoch noch im ersten Drittel die passende Antwort und steigerte sich anschließend deutlich. Vor allem ab dem zweiten Drittel übernahm Klostersee zunehmend die Kontrolle und machte aus dem knappen Spiel am Ende einen souveränen Heimsieg. Damit knüpften die Grafinger direkt an den positiven Eindruck aus der Vorbereitung an.
Beide Gegner des anstehenden Wochenendes sind mit einem Sieg in die Saison gestartet – es warten also zwei durchaus schwierige Aufgaben auf die Mighty Dogs, für die sie jede Unterstützung im Rücken gut gebrauchen können.
Hinweise zum Heimspiel gegen den ERSC Amberg – 09. Oktober 2026 um 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Bully: 20:00 Uhr
Stream: SpradeTV
Tickets: Online & Abendkasse
Hinweise zum Auswärtsspiel gegen den EHC Klostersee – 11. Oktober 2026 um 17:30 Uhr
Einlass: 16:30 Uhr
Bully: 17:30 Uhr
Stream: SpradeTV
Tickets: Abendkasse
VEREINT IN WEIßBLAU




